Ein Gletscher kommt ins Schwitzen

Während die Temperatur im weltweiten Durchschnitt in den vergangenen 100 Jahren (1905-2005) um 0.74°C zunahm, stieg sie in der Schweiz in der gleichen Zeit um 1.5°C! Dies nicht ohne Folgen für die Gletscher in der Schweiz und nicht nur «ein» Gletscher kommt dabei ins Schwitzen.

 

Klimaschwankungen sind natürlich
Blickt man in der Erdgeschichte zurück, fällt auf, dass das Klima der Erde nie konstant war. Natürlicherweise wechseln sich Wärme- und Kältephasen ab. Die damit verbundenen Temperaturschwankungen werden jeweils am Anteil der Vereisung auf der Erde sichtbar. Demnach ist es nicht aussergewöhnlich, wenn Gletscher vorstossen und sich wieder zurückziehen.

Eiszeiten liessen Gletscher wachsen
Während den vergangenen Eiszeiten vereinte sich der Grosse Aletschgletscher jeweils mit dem Rhonegletscher. Letzterer erreichte dabei die grössten Eismassen aller alpinen Gletscher und reichte zu seinen Höchstständen bis fast nach Lyon in Frankreich.

Vor 150 Jahren 3 Kilometer länger
Seit dem Ende der jüngsten Eiszeit, Würm genannt, vor gut 10'000 Jahren zieht sich der Grosse Aletschgletscher zurück. Das Klima wurde wärmer. Jedoch nur tendenziell, denn es gab immer wieder auch kühlere Abschnitte z.B. die Kleine Eiszeit (15. bis 19. Jh.). In dieser Zeit stiess der Grosse Aletschgletscher wieder leicht vor und erreichte 1860 seinen letzten Hochstand: über 3 Kilometer länger und bis 300 Meter dicker als heute.

Zunehmender Rückgang
Seither schmilzt mehr Eis, als aus den höheren Lagen nachgeliefert wird: Der Grosse Aletschgletscher zieht sich zurück. Erst langsam, nun immer schneller. Mit Hilfe der Daten der ETH Zürich konnten folgende durchschnittliche Längenverluste festgestellt werden:

 

1870 bis 2008:

minus 24 Meter

1970 bis 2008:

minus 35 Meter

1993 bis 2008:

minus 49 Meter

1998 bis 2008:

minus 52 Meter


Der Mensch verändert das Klima
Die zunehmende Rückzugsgeschwindigkeit gilt als Hinweis auf die heutige Klimaerwärmung. Diese kann, im Vergleich zu früheren Wärmephasen, nicht mehr ausschliesslich mit natürlichen Ursachen erklärt werden. Seit rund 250 Jahren verändert der Mensch durch die Emission von Treibhausgasen zunehmend die Zusammensetzung der Atmosphäre und verstärkt damit den natürlichen Treibhauseffekt.

Weitreichenden Folgen
Höhere Temperaturen, veränderte Niederschlagsverhältnisse, Meeresspiegelanstieg und Störungen in Ökosystemen - der Lebensraum von Millionen Menschen, Tieren und Pflanzen ist gefährdet. Da wir Menschen Teil der Ursache sind, können wir alle etwas gegen die Klimaerwärmung unternehmen, indem wir unser Verhalten entsprechend anpassen.